Vietnam ist eines der Länder, bei denen ich schon auf dem Rückflug angefangen habe, die nächste Reise zu planen. Über 3.000 Kilometer Küste, im Norden Reisterrassen und Nebelberge, im Süden das Mekong-Delta – und dazwischen Städte, in denen der Verkehr wie ein einziger großer Schwarm aussieht. Was mich am meisten gepackt hat, war nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern dieses ständige Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke noch etwas kommt.
Auf dieser Seite sammle ich alles, was du für eine Vietnam-Reise 2026 wirklich brauchst: Einreise und Visum, die beste Reisezeit für jede Region, was das Ganze kostet, wie du dich fortbewegst – und ganz unten meinen ausführlichen Teil zu Hanoi, der Stadt, die mich am positivsten überrascht hat. Die Infos halte ich aktuell, denn gerade in Vietnam ändert sich einiges gerade sehr schnell.
Die gute Nachricht zuerst: Als Deutsche mussten wir uns um kein Visum kümmern. Vietnam hat die Visafreiheit für Bürger aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Japan und Südkorea im März 2025 per Regierungsbeschluss um drei weitere Jahre verlängert. Wir dürfen damit bis zu 45 Tage bleiben, egal ob als Tourist, auf der Durchreise oder zum Freundebesuch – und die Regelung läuft erst am 14. März 2028 aus. Wer aus der Schweiz kommt, ist seit dem 15. August 2025 ebenfalls dabei, gemeinsam mit elf weiteren europäischen Ländern von Belgien bis Slowenien; dort gilt die Befreiung bis August 2028.
Österreich steht auf keiner der beiden Listen. Von dort geht es nur mit E-Visum, das man sich auf evisa.gov.vn selbst besorgt: 25 US-Dollar für eine einfache Einreise, 50 für mehrfache, und man darf damit bis zu 90 Tage im Land bleiben. Ich würde das E-Visum aber auch allen anderen empfehlen, die länger als sechs Wochen unterwegs sind oder zwischendurch nach Laos oder Kambodscha rüberwollen und danach zurückkommen. Zwei Wochen Vorlauf reichen locker, offiziell dauert die Bearbeitung drei bis fünf Werktage – und das genehmigte E-Visum druckt man sich am besten aus, statt sich am Schalter auf einen leeren Handyakku zu verlassen.
Was für alle gilt: Der Reisepass muss bei der Ankunft noch mindestens sechs Monate gültig sein. Daran scheitern jedes Jahr Leute schon am Abflug-Gate, und das ist wirklich ein unnötiger Weg, einen Urlaub zu beenden. Neu ist außerdem, dass Vietnam die Einreise gerade digitalisiert: Seit dem 15. April 2026 müssen Ausländer, die mit Visum über den Flughafen Tan Son Nhat in Ho-Chi-Minh-Stadt einreisen, vorab online eine Erklärung ausfüllen und den QR-Code bei der Passkontrolle vorzeigen. Zum 1. Juli 2026 ist zusätzlich das überarbeitete Einreisegesetz in Kraft getreten. Für uns als Urlauber ändert das im Alltag wenig, trotzdem schaue ich inzwischen ein paar Tage vor Abflug kurz auf die Seite der vietnamesischen Immigration – solche Regeln kommen hier gern kurzfristig.
Vietnam ist rund 1.650 Kilometer lang, und genau das ist der Grund, warum es die eine beste Reisezeit für das ganze Land nicht gibt. Als wir zum ersten Mal geplant haben, sind wir genau in diese Falle getappt und haben nach dem einen perfekten Monat gesucht. Den gibt es nicht – aber es gibt zwei Zeitfenster, in denen fast überall gutes Wetter herrscht.
Im Norden rund um Hanoi, Sapa und die Halong-Bucht gibt es echte Jahreszeiten. Von Mai bis Oktober wird es mit 30 bis 35 Grad heiß und schwül, dazu kommen kräftige Regengüsse; von November bis April ist es mit 15 bis 22 Grad deutlich kühler und im Winter oft neblig. Am angenehmsten reist man hier zwischen Mitte März und Mai sowie von Mitte September bis November. In der Mitte, also um Da Nang, Hoi An und Hue, sind Februar bis Mai die schönsten Monate mit 26 bis 32 Grad und wenig Regen – dafür schüttet es dort zwischen September und Dezember teils in Strömen, und genau in diese Zeit fällt auch die Taifunsaison an der Küste. Der Süden mit Ho-Chi-Minh-Stadt und dem Mekong-Delta hat seine Trockenzeit von Dezember bis April; die Regenzeit von Mai bis Oktober besteht meist aus kurzen, heftigen Schauern am Nachmittag, mit denen man erstaunlich gut leben kann.
Unterm Strich: Wenn du das ganze Land in einer Reise sehen willst, sind März bis Mai der beste Kompromiss, mit Oktober und November als zweiter guter Option. Und plane Tet, das vietnamesische Neujahr, bewusst ein oder bewusst aus – 2026 fiel es auf den 17. Februar, das Land steht dann eine gute Woche lang still, Züge und Flüge sind ausgebucht, viele Restaurants geschlossen. Schön ist es trotzdem, man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt.
Der Norden ist der Vietnam, den die meisten im Kopf haben: Hanoi mit seiner engen Altstadt, die Karstfelsen der Halong-Bucht, das „Halong an Land“ in Ninh Binh, die Reisterrassen von Sapa und die Ha-Giang-Schleife ganz oben an der chinesischen Grenze. Es ist die kulturell dichteste, aber auch die kühlste und wuseligste Ecke des Landes.
Die Mitte lebt vom Kontrast: Hue mit der alten Kaiserstadt, die Lampions von Hoi An, die Strände und Brücken von Da Nang, dazu die Höhlen von Phong Nha, die zu den größten der Welt gehören. Wer wenig Zeit hat, bekommt hier auf kleinstem Raum am meisten geboten. Der Süden schließlich ist lauter, wärmer und moderner: Ho-Chi-Minh-Stadt fühlt sich an wie ein Motor, der nie ausgeht, das Mekong-Delta dagegen ist grün, langsam und voller Wasserwege, und vor der Küste liegt mit Phu Quoc die Insel für alle, die zum Schluss noch ein paar Tage nichts tun wollen.
Vietnam bleibt eines der günstigsten Reiseländer Asiens – die Lebenshaltungskosten liegen rund zwei Drittel unter deutschen. Für einen Euro bekommt man derzeit etwa 30.000 Dong, was am Anfang für ein paar heitere Momente an der Kasse sorgt, wenn die Rechnung plötzlich sechsstellig ist. Meine Faustregel: die letzten drei Nullen streichen und durch 30 teilen, dann hat man den Eurobetrag.
Eine Schüssel Pho vom Straßenstand kostet umgerechnet oft weniger als einen Euro, ein richtig gutes Essen im Restaurant liegt bei 60.000 bis 150.000 Dong, also zwei bis fünf Euro. Ein Hostelbett gibt es ab rund zwölf Euro, ein solides Drei-Sterne-Hotel für etwa 28 Euro die Nacht, richtig gute Häuser starten bei 80 bis 90 Euro. Wer sparsam unterwegs ist, kommt mit 17 bis 35 Euro am Tag durch; wir waren mit Mittelklasse-Hotels, gelegentlichen Taxis und einem Inlandsflug eher bei 50 bis 70 Euro pro Person und Tag – und hatten dabei nie das Gefühl, uns einschränken zu müssen.
Bezahlt wird nach wie vor viel in bar, auch wenn QR-Codes rasant Verbreitung finden. Geld haben wir am Automaten gezogen, am besten bei den größeren Banken, weil deren Gebühren berechenbarer sind, und größere Scheine haben wir beim ersten Kaffee des Tages gleich kleingemacht – für Grab-Fahrer oder den Markt ist ein 500.000er selten hilfreich. Eine eSIM buchst du am besten schon zu Hause, dann funktioniert Grab, die App für Taxis und Motorradtaxis, ab der Landung. Trinkgeld ist übrigens nicht verpflichtend, wird aber gern gesehen; wir haben meist auf den nächsten runden Betrag aufgerundet.
Für die langen Etappen zwischen Hanoi, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt lohnt sich das Flugzeug: Die Inlandsflüge sind günstig und sparen jeweils einen ganzen Reisetag. Die schönere Variante ist trotzdem der Wiedervereinigungsexpress, der die komplette Strecke von Nord nach Süd fährt – die Etappe zwischen Hue und Da Nang über den Wolkenpass gehört für mich zu den spektakulärsten Bahnstrecken, die ich je gefahren bin. Für Nachtstrecken buchst du am besten einen Softsleeper, und zwar früh, die guten Abteile sind schnell weg.
Ein Punkt, den du für 2026 auf dem Schirm haben solltest: Der neue Großflughafen Long Thanh, rund 40 Kilometer östlich von Ho-Chi-Minh-Stadt, geht am 1. Dezember 2026 in den kommerziellen Betrieb. Zunächst wandern die Langstrecken- und Frachtflüge dorthin, ab dem Sommerflugplan 2027 sollen dann sämtliche Flüge nach Europa, Amerika und in den Nahen Osten von dort abgehen. Wer also für Ende 2026 oder 2027 bucht, sollte zweimal hinschauen, ob der Rückflug wirklich ab Tan Son Nhat geht – zwischen den beiden Flughäfen liegt gut eine Stunde Fahrt, und das ist nichts, was man am Abreisetag spontan herausfinden möchte.
Etwas, das in vielen Reiseführern noch nicht angekommen ist: Vietnam hat zum 1. Juli 2025 seine Verwaltung komplett neu geordnet und die Zahl der Provinzen von 63 auf 34 reduziert. Für uns Reisende ändert sich nichts an den Orten selbst, wohl aber an den Namen auf Formularen, Tickets und Karten. Das prominenteste Beispiel: Hoi An ist heute offiziell ein Stadtteil von Da Nang, weil die frühere Provinz Quang Nam in die Stadt Da Nang eingegliedert wurde. Die Altstadt mit ihren Lampions steht natürlich unverändert da – nur die Adresse liest sich anders. Wenn dir bei der Buchung also ein Provinzname begegnet, den du nicht kennst, ist das meistens kein Fehler, sondern die neue Landkarte.
Mit zwei Wochen bekommst du Vietnam gut in Grundzügen zu fassen, wenn du dich auf eine Richtung festlegst: Hanoi mit Halong-Bucht und Ninh Binh, dann per Flug in die Mitte nach Hue, Da Nang und Hoi An, und zum Abschluss ein paar Tage Ho-Chi-Minh-Stadt mit einem Abstecher ins Mekong-Delta. Das ist zügig, aber machbar.
Bei drei Wochen wird es entspannt. Dann passen Sapa oder die Ha-Giang-Schleife im Norden dazu, die Höhlen von Phong Nha in der Mitte und am Ende ein paar Strandtage auf Phu Quoc. Mein ehrlicher Rat nach der ersten Reise: lieber eine Region weglassen als jede zweite Nacht die Koffer packen. Vietnam belohnt es, wenn man irgendwo drei Tage bleibt statt eineinhalb.
Hanois Sehenswürdigkeiten sind mehr als Ho-Chi-Minh-Mausoleum, Literaturtempel und Altstadt. Es gibt viel mehr Highlights und Orte in Hanoi, die einen Besuch wert sind – und genau deshalb bekommt die Stadt hier ihren eigenen, ausführlichen Teil.
Wer Hanoi vor ein paar Jahren zuletzt gesehen hat, wird sich wundern: Die Stadt hat inzwischen eine Metro, und sie ist die angenehmste Art, dem Verkehrschaos zu entkommen. Linie 2A fährt seit 2021 von Cat Linh nach Ha Dong, seit August 2024 kommt der Hochbahn-Abschnitt der Linie 3 von Nhon bis Cau Giay dazu. Die Fahrt kostet je nach Strecke zwischen rund 8.000 und 20.000 Dong, eine Tageskarte gibt es für 24.000 Dong – umgerechnet also weniger als ein Euro für einen ganzen Tag. Der unterirdische Abschnitt der Linie 3 bis zum Hauptbahnhof soll 2027 folgen. Und im Juni 2026 hat Hanoi gleich für fünf weitere Linien mit über 300 Kilometern Länge den Bau gestartet, unter anderem mit einer Verbindung zum Flughafen Noi Bai; fertig sein soll das Netz 2030. Bis dahin bleibt für die Fahrt vom Flughafen in die Stadt das Taxi oder der Flughafenbus – rund 45 Minuten, je nach Tageszeit auch deutlich mehr.
Die Altstadt mit ihren 36 Gassen ist der Ort, an dem ich am liebsten einfach losgelaufen bin, ohne Ziel. Dazu kommen der Hoan-Kiem-See mit dem Ngoc-Son-Tempel, der Literaturtempel als Vietnams erste Universität, das Ho-Chi-Minh-Mausoleum samt Einsäulenpagode und der Tran-Quoc-Tempel am Westsee, der besonders zum Sonnenuntergang schön ist. Wer sich für Geschichte interessiert, sollte das Hoa-Lo-Gefängnis einplanen, und wer verstehen will, wie vielfältig das Land ist, das Museum der Völker Vietnams. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Der berühmte Train Street ist inzwischen streng reguliert und immer wieder gesperrt – ärgere dich nicht, wenn es nicht klappt, die Stadt hat genug andere Momente.
Hanoi ist für mich die beste Essensstadt Vietnams, und das meiste davon spielt sich auf Plastikhockern am Straßenrand ab. Pho, die Nudelsuppe, isst man hier zum Frühstück; Bun Cha, gegrilltes Schweinefleisch mit Nudeln, gehört zum Mittag; und den Egg Coffee, Kaffee mit aufgeschlagenem Eigelb, sollte man einmal probiert haben, auch wenn er sich erst mal seltsam anhört. Meine Regel war simpel: Wo viele Einheimische sitzen und der Topf ständig nachgefüllt wird, kann man bedenkenlos bestellen.
Mein Fazit zu Hanoi: In Hanoi kannst du immer wieder neue Dinge entdecken – egal ob Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Museen. Die Stadt ist reich an Highlights, und ich war sehr positiv überrascht. Wie du sie am besten in Bildern festhältst, habe ich in meinem Artikel Fotografieren in Hanoi aufgeschrieben.
Stand: Juli 2026. Einreise- und Visabestimmungen können sich kurzfristig ändern – prüfe vor der Buchung bitte die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts und der vietnamesischen Immigration.