Bei meinem letzten Besuch in Sevilla war es Februar, und ich hatte tagsüber im Schnitt angenehme 20 Grad – ideales Licht und Wetter zum Fotografieren, ganz ohne die Hitze, vor der mich vorher alle gewarnt hatten. Genau dieser Kontrast macht Sevilla für mich so besonders: eine Stadt, die im Sommer glühend heiß sein kann und im Winter trotzdem wie Frühling wirkt.
Sevilla ist die Hauptstadt der Autonomen Region Andalusien und der Provinz Sevilla. Mit knapp 690.000 Einwohnern ist sie die fünftgrößte Stadt Spaniens (nach Madrid, Barcelona, Valencia und Zaragoza, das Sevilla 2024 überholt hat) und hat die größte zusammenhängende Altstadt des Landes. Wer durch die engen Gassen von Santa Cruz schlendert, an der Kathedrale vorbeikommt und abends am Guadalquivir sitzt, versteht schnell, warum sich ein Besuch lohnt.
Beste Reisezeit für Sevilla
Als Reisezeit solltest du Juli und August meiden. Es ist in der Regel viel zu heiß – im Sommer liegen die Tageswerte im Schnitt bei 33 bis 36 Grad, an Spitzentagen klettert das Thermometer auf über 40 Grad. Für ausgiebiges Sightseeing zu Fuß ist das kaum auszuhalten.
Deutlich angenehmer sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) mit Tageswerten zwischen 20 und 25 Grad. Genau in diese Zeit fallen auch zwei der größten Feste der Stadt: die Semana Santa (Osterwoche) mit ihren aufwendigen Prozessionen und die Feria de Abril, das andalusische Frühlingsfest im April oder Anfang Mai. Beide sind ein Erlebnis, aber sei gewarnt: Sevilla ist dann proppenvoll, und Hotels sind entsprechend teuer und früh ausgebucht. Wer die Feste bewusst erleben will, sollte Monate vorher buchen. Wer lieber Ruhe und freie Sicht auf die Sehenswürdigkeiten will, plant besser drumherum.
Top-Sehenswürdigkeiten zum Fotografieren
Diese Sehenswürdigkeiten lohnen sich in Sevilla besonders zum Fotografieren und Filmen – und sind gleichzeitig die Pflichtpunkte auf jeder Sightseeing-Route.
Real Alcázar von Sevilla
Der Königspalast ist für mich der eindrucksvollste Ort in ganz Sevilla: Mudéjar-Architektur, in der sich maurische und christliche Baustile verschmelzen, dazu weitläufige Gärten, in denen man sich stundenlang verlieren kann. Rechne für den Besuch 2 bis 3 Stunden ein.
- April–September: 9:30–19:00 Uhr (letzter Einlass, Schließung 20:00 Uhr)
- Oktober–März: 9:30–17:00 Uhr (Schließung 18:00 Uhr)
- Regulärer Eintritt: ca. 13,50 € an der Kasse, online (empfohlen) meist 14–18 € je nach Anbieter
- Ermäßigt: 8 € für Studierende bis 25 Jahre (mit Ausweis)
- Kostenlos: montagabends mit Online-Reservierung (Okt–Dez 16:00–17:00 Uhr, Apr–Sep 18:00–19:00 Uhr) – dann aber sehr voll und nur eine Stunde Zeit
Tickets kaufst du am besten vorab online, vor allem in der Hauptsaison bilden sich sonst lange Schlangen vor dem roten Eingangstor. Offizielle Tickets & aktuelle Preise
Sevilla Kathedrale & Giralda

Die größte gotische Kathedrale der Welt und ihr maurischer Glockenturm, die Giralda, gehören zusammen – der Turmzugang ist im Kathedraleneintritt bereits enthalten. Statt Treppen führen im Inneren Rampen nach oben, ursprünglich damit die Muezzine sie zu Pferd erklimmen konnten. Von oben hast du einen der besten Ausblicke über die Altstadt.
- Mo–Sa: 11:00–18:00 Uhr (letzter Einlass 17:00 Uhr)
- So: 14:30–19:00 Uhr (letzter Einlass 18:00 Uhr)
- Regulärer Eintritt: 12 € an der Kasse (Online-Anbieter verlangen oft um die 16 € inkl. Gebühr)
- Ermäßigt: 7 € online / 8 € an der Kasse (Senioren 65+, Studierende bis 25, Menschen mit Behinderung)
- Kostenlos: sonntags 16:30–18:00 Uhr, aber nur mit vorheriger Online-Buchung und stark begrenzter Kapazität
Offizielle Tickets & Öffnungszeiten der Kathedrale
Plaza de España
Der wohl fotogenste Platz der Stadt liegt im Parque de María Luisa (geöffnet 8:00–22:00 Uhr, im Sommer bis Mitternacht) und ist bis heute kostenlos zugänglich. Auf dem Kanal davor kannst du für rund 5 € pro 30 Minuten ein Ruderboot mieten – ein schöner, wenn auch touristischer Fotospot.
Ein Hinweis vorab: Sevillas Stadtverwaltung diskutiert aktuell, künftig eine Eintrittsgebühr von 3 bis 4 € für Touristen einzuführen, während der Zugang für Einwohner weiterhin frei bliebe. Beschlossen ist das noch nicht, aber es lohnt sich, kurz vor deiner Reise nachzuschauen, ob sich daran etwas geändert hat.
Metropol Parasol („Las Setas von Sevilla“)

Die riesige Holzkonstruktion am Plaza de la Encarnación ist das modernste Wahrzeichen der Stadt – ein starker Kontrast zur historischen Altstadt und deshalb auch fotografisch spannend. Von der Aussichtsplattform in 28,5 Metern Höhe hast du einen 360-Grad-Blick über die Dächer von Sevilla.
- Öffnungszeiten: Mo–Do & So 10:00–23:00 Uhr, Fr–Sa 10:00–23:30 Uhr
- Preise: Skywalk-Ticket ab ca. 5 €, Kombitickets mit Sonnenuntergang oder Lichtshow kosten mehr – die genaue Staffelung prüfst du am besten kurz vorher auf der offiziellen Seite, da sie sich öfter ändert
- Unter dem Bauwerk liegt das Antiquarium mit römischen und maurischen Ausgrabungen – lohnt sich, wenn du sowieso da bist
Offizielle Tickets & aktuelle Preise
Altstadt von Sevilla
Die größte zusammenhängende Altstadt Spaniens ist an sich schon ein Fotomotiv: enge Gassen, orangefarbene Fassaden, schmiedeeiserne Balkone. Am schönsten wirkt sie im goldenen Licht kurz vor Sonnenuntergang.
Weitere Highlights: Santa Cruz, Triana & Flamenco
Barrio Santa Cruz, das ehemalige jüdische Viertel direkt neben der Kathedrale, ist ein Labyrinth aus schmalen Gassen und blumengeschmückten Innenhöfen – perfekt zum Verlaufen und für Tapas-Stopps zwischendurch.
Triana, am Westufer des Guadalquivir, gilt als Wiege des Flamenco und ist bekannt für seine Keramiktradition. Ein Abstecher zum Mercado de Triana und den kleinen Keramikwerkstätten lohnt sich, ebenso ein Tapas-Stopp in einer der Bars rund um die Kirche Santa Ana.
Für einen authentischen Flamenco-Abend sind das Casa del Flamenco in Santa Cruz (ganz ohne Mikrofon, reine Akustik) und das kleinere Teatro Flamenco Triana meine Empfehlungen. Das Tablao Flamenco Orillas de Triana bietet Shows donnerstags bis sonntags ab 20:30 Uhr.
Anreise vom Flughafen Sevilla
Der Flughafen Sevilla (SVQ) hat anders als etwa Málaga keinen eigenen Bahnanschluss. Für den Weg ins Zentrum stehen dir zwei Optionen zur Verfügung:
- EA-Bus (Especial Aeropuerto): einzige Buslinie zwischen Flughafen und Zentrum, hält u. a. am Bahnhof Santa Justa und endet an der Plaza de Armas. Fahrzeit ca. 46 Minuten, Ticket 6 € (Kauf im Bus per Karte oder am Automaten). Betrieb 5:20–1:00 Uhr Richtung Zentrum, 4:30–0:05 Uhr Richtung Flughafen, Takt alle 20 Minuten tagsüber und alle 25 Minuten nachts.
- Taxi: Festpreis (Tarifa Única Aeropuerto) von ca. 25 € tagsüber und 28 € nachts, Fahrzeit rund 15 Minuten – die entspannteste, aber teuerste Option.
Falls du von außerhalb der EU einreist, wirf vorab einen Blick auf mein Update zum EU Entry/Exit System (EES) – seit 2026 kann das an der Grenze zu etwas längeren Wartezeiten führen.
Innerhalb der Altstadt brauchst du danach ohnehin kaum noch öffentlichen Nahverkehr: Alcázar, Kathedrale und Santa Cruz liegen alle in Laufweite zueinander. Nur für Triana oder etwas weiter entfernte Ziele lohnt sich die Straßenbahnlinie T1 oder ein kurzer Bustrip.
Kosten & Budget für deinen Sevilla-Trip
Ein Tag mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten lässt sich grob so kalkulieren:
- Anreise vom Flughafen: 6 € mit dem EA-Bus (einfache Strecke)
- Real Alcázar: ca. 14 € (online)
- Kathedrale & Giralda: 12–16 €
- Metropol Parasol: ab ca. 5 €
- Plaza de España: aktuell kostenlos (ggf. künftig 3–4 € für Touristen)
- Essen & Tapas: rechne mit 20 bis 30 € pro Tag für mehrere Tapas-Stopps plus ein Getränk
- Tagesbudget für Sightseeing ohne Übernachtung: etwa 55 bis 75 € pro Person
Praktische Reisetipps
Zu Fuß unterwegs: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – Alcázar, Kathedrale, Santa Cruz – liegen alle in Laufweite zueinander. Bequeme Schuhe sind Pflicht, das Kopfsteinpflaster verzeiht keine falschen Sohlen.
Wasser mitnehmen: Vor allem außerhalb der kühleren Monate lohnt sich eine eigene Wasserflasche – an den Sehenswürdigkeiten selbst sind die Preise für Getränke meist hoch.
Tickets vorab buchen: Für Alcázar und Kathedrale gilt: Wer online vorab bucht, spart sich in der Hauptsaison lange Wartezeiten an der Kasse.
- Bequeme, eingelaufene Schuhe
- Sonnenschutz und Wasserflasche (fast ganzjährig sinnvoll)
- Leichte, luftige Kleidung außerhalb der Wintermonate
- Kamera oder Smartphone für das goldene Licht kurz vor Sonnenuntergang
Fazit
Sevilla lohnt sich zu jeder Jahreszeit außer im Hochsommer – und genau das ist der wichtigste Praxis-Tipp, den ich mitgeben kann. Zwischen dem maurischen Prunk des Alcázar, der gotischen Wucht der Kathedrale und den engen, blumengeschmückten Gassen von Santa Cruz findest du auf kleinem Raum eine der fotogensten Städte Spaniens. Plane für Alcázar und Kathedrale zusammen gut einen halben Tag ein, den Rest verbringst du am besten einfach mit Schlendern, Tapas und ein bisschen Flamenco am Abend.
Warst du schon einmal in Sevilla, oder steht die Stadt noch auf deiner Liste? Schreib es mir gern in die Kommentare.









